Ende 1980 erschien in der Zeitung "France Routier" eine tolle Reportage mit wunderschönen Bildern über Besitzer von amerikanischen Trucks in der Schweiz.
Der Name des Autors ist uns bis jetzt leider nicht bekannt, wird aber nachgereicht
Das Original haben wir für diesen Text als Vorlage verwendet.


Nach dem Grenzübertritt in Vallorbe staunte der Autor nicht schlecht, als er auf dem ersten Parkplatz eine Flotte von amerikanischem Schwermetall erblickte.
Ihm gingen Gedanken im Kopf herum wie z.B. "Amerikanische Trucks bei unseren Schweizer Nachbarn? Das gibt es ja wohl nicht!". Er fühlte sich beinahe wie nach einem Interkontinentalflug nach Seattle.
Sofort fing er an, die Trucks mit ihren Fahrern zu fotografieren. Die Fahrer reagierten freundlich, aber auch verwundert, als der Autor ihnen mitteilte, daß er zudem noch eine Reportage über sie schreiben wolle.

Dazu ist interessant zu wissen, daß damals genau so wie zur heutigen Zeit amerikanische LKWs einen ausgezeichneten Ruf und den Nimbus der Unzerstörbarkeit besaßen. Seit den 50er Jahren wurden Whites in großer Stückzahl in die Schweiz importiert.

Die Cowboys aus dem Jura



Die Rezeptur ist sehr einfach: Man nehme eine Kleinstadt im Schweizer Jura, drei Freunde, die alle überzeugte Fans von amerikanischen Trucks sind, mische alles noch mit einer grandiosen Landschaft, die an British Columbia oder Washington erinnert, und fertig ist der Zaubertrank.
Andre, Jean-Daniel und Jean, die Besitzer der Trucks, schwören auf die Beständigkeit, den Fahrkomfort, die Motorleistung und auf den genialen Sound der Jake Brake, Cummins, Caterpillar oder Detroit Diesel Motoren.


Eigentlich haben die drei nichts gegen europäische Fabrikate einzuwenden, aber aufgrund der mannigfaltigen lieferbaren Optionen, wie z.B. Kabinenausstattung und Lackierung, sowie der hervorragende After Sales Service bevorzugen sie amerikanische Fabrikate.
Jean, der heute sein Geld mit dem Holztransport verdient, hatte es früher nicht leicht. Er begann seine Laufbahn als Fahrer im Bausektor mit einem alten und noch benzinbetriebenen Chevrolet. 1970 entschloss er, sich selbständig zu machen - mit einem Startkapital von sage und schreibe nur 100 SFR.


Nachdem sein Holztransportgeschäft einen steitigen Aufschwung erlebte, konnte er sich seinen Traum erfüllen und endlich sein erstes Fahrzeug von "Uncle Sam", einen Mack, anschaffen.
Dieser wurde bald gegen einen nagelneuen White Road Boss eingetauscht, dem bald darauf ein zweiter folgte. Jean ist mit den beiden Whites mehr als zufrieden.


Die Trucks der Schweizer Cowboys verrichten heute ihren Dienst mit dem Transport von Holz, Holzpellets und Maschinen nach Frankreich sowie dem Rücktransport von Granit in die Schweiz.
Außerdem werden die Trucks häufig im regionalen Bereich für den Abtransport von Holz eingesetzt.
Dafür haben die drei Freunde ihre Zugmaschinen von vornherein mit drei Achsen und leistungsstarken Motoren ausrüsten lassen.