Endmontage der Achse


Mein Großhändler hatte, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte, die Schrauben nicht auf Lager, und so musste ich sie notgedrungen bestellen. Sogar er, als Fachmann, konnte ihn Deutschland diese Schrauben nicht auftreiben. Zähneknirschend entschloss ich mich nun diese Schrauben speziell für mich anfertigen zu lassen. Ich überlegte hin und her, ob ich sie verzinkt oder nur brüniert haben wollte. Letztendlich entschied ich mich dann doch für die verzinkte Ausführung, obwohl sie eine 14 Tage längere Lieferzeit hatten. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war der Gedanke, dass ich in der Zukunft keine Korrosion an den Schrauben haben möchte.
Vom Bestellen bis zur Auslieferung vergingen sage und schreibe „nur“ neun Wochen.


Damit ich überhaupt die Achse an den unteren Achsrahmen verschrauben konnte, musste ich einige Vorbereitungsarbeiten leisten.
Um die inneren Schrauben überhaupt von oben durch die Halteplatte einführen zu können, hob ich den Leiterrahmen des Whites mit einem Kran um etwa 40 cm an. Dadurch war mir der untere Schenkel des Rahmens beim Einführen der Schrauben nicht mehr im Weg.


Dieser Aufwand war leider für mich unumgänglich, da ich die folgenden Arbeiten präzise erledigen wollte. Bei schludriger Arbeit besteht das Risiko, dass sich während des Fahrzeugbetriebes die Klemmung der Hinterachse selbstständig macht. Dieses Desaster wollte ich im Voraus ausschließen.
Da das Gewinde der Aufnahme für die Bremswellenhalter während des Lackierens der Achse mit Farbe besprüht worden war, war ein Nachschneiden des Gewindes unumgänglich. Des Weiteren musste ich noch die Bremswellenhalter sandstrahlen und lackieren.


Als nächstes montierte ich die Bremswellenhalter mit den Bremswellen sowie die hinteren Bremsschuhe mit den Bremsbelägen an die Achse. Anschließend schob ich die Bremstrommeln darauf.
Ach, was war das nun für ein Gefühl – ich konnte endlich die Räder befestigen.


Falls sich einer beim Schrauben wundert:
Damit sich keine Radschraube beim Fahren lockern kann, hat White seine LKWs auf der in Fahrtrichtung linken Seite mit Linksgewinde und auf der rechten Seite mit Rechtsgewinde versehen. So stimmt die Anziehrichtung der Schrauben mit der Richtung des Radlaufes überein. Andernfalls könnten sich die Schrauben auf der linken Seite beim Fahren (theoretisch) lösen.
Selbstverständlich hat diese Designentscheidung nichts damit zu tun, dass sich Schrauben mit unüblichem Gewinde teurer verkaufen lassen :-).


Die erste Ausfahrt mit meinen Road Commander rückt Schraube für Schraube näher und die Vorfreude wächst...


Weiter geht's im nächsten Teil.