Der Youngster


Ja, das gibt es auch. Ein bekennender White Fan, der jünger als 30 Jahre ist. Nein, auch wenn es bis jetzt so ausschaut, die Fangemeinde der Whites fängt nicht erst bei 50 Jahren an.
We proudly present Marcel Dubach.
Lassen wir ihn einfach selbst zu Wort kommen.

Also, dann will ich mich mal vorstellen. Ich heiße Marcel und bin Jahrgang 1981. Zwischenzeitlich habe ich geheiratet und bin glücklicher Vater von zwei Mädchen. Obendrein bin ich stolzer Besitzer eines Whites.
Die meiste Zeit verbringe ich hinter dem Steuer eines Volvos FH, da ich als Lastwagenchauffeur arbeite. Meine Auszeit gehört meinen Fahrzeugen, besonders meinem White Road Commander.

Schon als kleiner Junge war ich schwer von LKWs fasziniert. Darum fand ich es super, dass mein Vater selbstständiger Lastwagenchauffeur war und ich am Wochenende und in meinen Schulferien immer mit ihm auf Achse sein konnte. Toll und interessant war für mich die dadurch entstehenden zahlreichen Kontakte zu anderen LKW Fahrern, und was sie so über ihre Fahrzeuge zu erzählen hatten. Da damals schon mein absoluter Favorit der White Road Commander war, freute ich mich natürlich besonders, wenn ich mit einem Fahrer dieser Marke ins Gespräch kam. Ich dachte dann: „Wenn ich groß bin, hol ich mir auch einen White“.

2005 waren für mich die Voraussetzungen erfüllt, das Alter sowie die finanziellen Möglichkeiten stimmten, um mir meinen Traum endlich zu erfüllen.
Mir war im voraus klar, dass meine Suche viel Zeit in Anspruch nehmen wird, da in der Schweiz seit Einführung der LSVA (Lastfahrzeugschwerabgabe) fast alle Fahrzeuge wie auch der White, die der Schadstoffkategorie Euro 0 angehören, in den Export gegangen sind. Dabei weiß ich von den entsprechenden Werkstätten, dass eine Umrüstung auf Euro 2 machbar ist. Leider kauften viele Transporteure lieber neue Fahrzeuge statt die Vorhandenen umzubauen.

Ingesamt zwei Jahre suchte ich nach einem für mich geeigneten Fahrzeug und nachdem ich by the way auch viele Kilometer gefahren bin, schaltete sich mein Freund, Beat Egger ein. Beat fuhr früher auch White und kann darum meine Liebe zu diesen Fahrzeugen sehr gut nachvollziehen.
Dank seiner Hilfe kam ich in Kontakt zu Herrn Koller, der einen Käufer für seinen White suchte. Dieser White gefiel mir sehr und Herr Koller und ich wurden uns dann auch handelseinig.

Als stolzer Neubesitzer bin ich natürlich 2008 mit meiner Frau zum Festival nach Interlaken gefahren. Dort ließ ich mein Fahrzeug ausgiebig bestaunen.
Als ich meinen White im darauffolgenden Jahr aus dem Winterschlaf holte, stellte ich entsetzt fest, dass etwa 10 Liter Wasser im Öl waren. Mir schwante Übles und ich besprach mit Jacky, auch genannt Dr. White, die Sachlage. Jacky bot mir freundlicherweise sofort an, mit mir zusammen Ursachenforschung zu betreiben. Nachdem wir die Ölwanne abgeschraubt hatten, stellten wir fest, dass die Laufbuchsendichtungen, die den Wasserkreislauf vom Ölkreislauf trennen, undicht waren. Zusätzlich stellten wir auch noch bei der Nockenwelle ordentliche Fressspuren fest. Jacky schlug mir daraufhin vor, dass alternativ zu einer Revision, bei der die Kosten nicht kalkulierbar sind, für mich die günstigere Variante wäre, den Motor komplett auszutauschen. In diesem Moment dachte ich, das mich ein Pferd tritt.

Ein paar Tage später erzählte mir Jacky zu meiner großen Freude, das Achim und er in Verhandlungen über den Ankauf eines White stehen, und ob ich Interesse hätte mich daran zu beteiligen. Achim und Jacky möchten dieses Fahrzeug als Ersatzteillager für ihre Whites nutzen. Für den Motor, der sich in einen guten Zustand befindet haben sie aber keine Verwendung. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme. Inzwischen haben wir gemeinsam in einer abenteuerlichen Aktion den Ersatzteilwhite abgeholt.